Wenn der Laubbläser erklingt
Ein vorweihnachtlicher Denkanstoss von Yvonne Estermann
Advent, Advent ein Lichtlein brennt. Oh Schreck, der Laubbläser heult. Dahin ist die vorweihnachtliche Ruh. Süsser die Laubbläser nie klingen. Unsere Leserin Yvonne Estermann hat sich Gedanken gemacht, zu einem Arbeitsgerät, das in Alltag viel Staub aufwirbelt:
Ursprünglich geschaffen für Heu in steilen Lagen,
wo jeder Tritt zählte und der Hang Respekt verlangte.
Heute dröhnt der Laubbläser durch jedes Quartier.
Er wirbelt Kleintiere auf, bläst Blätter in die Flucht
und fegt sogar Waldstrassen, als wäre Natur
eine störende Schicht, die man entfernen kann.
Dabei steigen Feinstaub, Sporen, Bakterien und Tierkot auf –
unsichtbar, aber eingeatmet von uns allen.
Käfer verlieren den Boden, Würmer ihr Dach,
Vögel ihr Frühstück. Ein Luftstrom von bis zu
200 Kilometern pro Stunde nennen wir Effizienz.
Ist es wirklich gefährlich, über Blätter zu laufen?
Oder gefährlicher, jedes Rascheln zu beseitigen,
damit es nicht stört?
Wie viel Natur verträgt der Mensch –
und wie viel Mensch verträgt die Natur?
Ist das der Klang unserer Zeit,
in der Stille und Unordnung
keinen Platz mehr haben?
Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern beSINNliche Festtage.
Yvonne Estermann
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