Strike for Future

Impressionen vom Aktionstag in Sursee

Am 21. Mai gingen überall in der Schweiz Menschen auf die Strassen, um für eine sozial gerechte und ökologische Zukunft einzustehen. Die Strike-For-Future-Bewegung, welche von regionalen Bündnissen lebt, macht auch vor Sursee nicht Halt.

“System change not climate change”, tönte es am Freitag, 21. Mai überall durch die Strassen. Aktionen an 100 verschiedenen Orten, über 170 neu gegründete Lokalgruppen, die Zusammenarbeit mit NGOs, Gewerkschaften, Verbänden, sozialen Bewegungen oder weiteren Akteur*innen und über 30’000 Menschen schweizweit - das alles ist Teil des Strike for Future. Und so breit wie die Bewegung ist, so breit sind auch die Forderungen. Der Strike for Future ist nicht nur ein Klimastreik, sondern soll auf die Zusammenhänge verschiedener Krisen aufmerksam machen. Die Bewegung möchte einen Wandel hin zu einer sozial gerechten, ökologischen, feministischen und antirassistischen Zukunft ermöglichen.

“Ein System, welches auf unbegrenztem Wachstum aufbaut, ist nicht mehr zeitgemäss, denn wir haben nun mal nur eine Erde.”, meint Nina Elmiger, 17, aus Sempach. “Die wachstums- und profitorientierte Denkweise führte immer wieder zu ausbeuterischen Zuständen und Unterdrückung. Deshalb braucht es tiefgreifende Veränderungen und ein Umdenken in der Gesellschaft.”. Im Zentrum der wirtschaftlichen Entwicklung sollte die Erhöhung der Lebensqualität der Gesellschaft stehen. Das ist eine der 14 Forderungen, wie sie die Bewegung in ihrem Manifest festhält.

Weitere Punkte betreffen die Bildung, den Finanzplatz oder die Flüchtlingspolitik, sowie die Kultur oder die internationale Zusammenarbeit im Umgang mit globalen Krisen. So soll die Schweiz so schnell wie möglich CO2-neutral werden und die 1,5 °C Grenze nicht überschreiten. Dafür brauche es beispielsweise ein Umdenken in der Mobilität und den Ausbau von öffentlichen Verkehrsmittel. Auch das Velo soll wieder mehr Platz bekommen, meinen die Streikenden und fuhren bei der bewilligen Velodemonstration durch Sursee, um ihre Forderungen lautstark auf die Strasse zu bringen.

Aktionen in Sursee
Wecker klingelten, Pfannendeckel tschäpperten, Kirchenglocken läuteten - auch in Sursee wurde vergangener Freitag mit einem Klimaalarm der Aktionstag eingeläutet. “Die Klimakrise fordert sofortiges und radikales Handeln. Wir können es uns nicht mehr leisten, noch länger zu warten.”, meint auch Vivienne, 14, aus Nebikon, die den Tag mitorganisiert hat. Später gab es auf dem Martignyplatz die Gelegenheit über verschiedene Fragen zu diskutieren oder Transparente zu malen. Auch mit dabei war Pro Velo mit einem eigenen Stand. Ihr Ziel ist ein velofreundliches Sursee. Deshalb gestalteten sie zusammen mit Interessierten eine Karte der Stadt. An allen für Velos gefährlichen oder unvorteilhaften Stellen, wurden Punkte aufgeklebt. Diese Karte wird später der Stadt Sursee übergeben, in der Hoffnung, dass an diesen Stellen etwas verändert wird. Trotz leichtem Regen kam es um 15:00 Uhr noch zum Highlight des Tages: einer Velodemonstration quer durch Sursee. Ausgerüstet mit Velos, Transparenten und Megafons zog die bunte Gruppe vom Martignyplatz Richtung Bahnhof los. Nach einem kurzen Zwischenhalt für eine Rede bei der Kapelle Mariazell endete der Streiktag in Sursee wieder auf dem Martignyplatz. So blieb noch genügend Zeit, um direkt nach Luzern zu gehen und dort weiterzudemonstrieren.

Breit vernetzt für einen Wandel von unten
Damit dieses Umdenken in der ganzen Gesellschaft passieren kann, entstanden überall in der Schweiz Lokalgruppen. Solche Lokalgruppen können unabhängig agieren, Projekte oder Events durchführen oder auch eigene Forderungen aufstellen. Auch in Sempach ist eine solche im Aufbau. Sie möchte sich vor allem aufs Klima spezialisieren und plant eine erste Aktion. Mit diesem ersten Streik- und Aktionstag hört die Bewegung noch nicht auf. Weitere Lokalgruppen, sei das am Wohnort, beim Arbeitsplatz oder an einer Schule, sollen gegründet werden. Ausserdem soll bereits im Herbst ein weiterer Aktions- und Streiktag stattfinden, solange, bis es nicht mehr nötig sei.


Mehr Informationen zum Tag allgemein finden Sie auch auf dieser Website:
» www.strikeforfuture.ch

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