Museum Sankturbanhof, Sursee
Ein Museum für Alle
Mitteilung vom 17.09.2025
Das Museum Sankturbanhof richtet sich neu aus. Nach einer umfassenden Standortbestimmung hat der Stiftungsrat entschieden, das Haus als Kulturinstitution weiterzuentwickeln. Künftig stehen nicht mehr klassische Ausstellungen im Vordergrund, sondern die Menschen mit ihren Ideen, Interessen und Projekten. Damit setzt die Stiftung auf einen kulturpolitischen Neuanfang: Der Sankturbanhof soll zu einem lebendigen Ort des Austauschs und der Gemeinschaft werden.
Das Museum Sankturbanhof an der Theaterstrasse 9 in Sursee ist seit über 20 Jahren ein Mehrspartenhaus zwischen Kunst, Kultur, Geschichte und Gegenwart. Neben der städtischen, sowie der familiären Sammlungen Beck und Staffelbach prägen Wechselausstellungen das Programm. Veränderte Rahmenbedingungen und ein rückläufiges Publikumsinteresse stellen das Museum jedoch vor neue Herausforderungen. Um die Zukunft des Hauses zu klären, führte der Stiftungsrat gemeinsam mit der Stadt Sursee eine Standortbestimmung durch – dabei haben sich auch unterschiedliche Anspruchsgruppen in verschiedenen Workshops und Gesprächen einbringen können. Ziel ist es, den Sankturbanhof auch künftig als wichtige kulturelle Institution zu positionieren und den Besuchenden einen klaren Mehrwert zu bieten.
Auf dieser Basis hat der Stiftungsrat die strategische Stossrichtung festgelegt: Der Sankturbanhof soll sich als Museum für die lokale und regionale Bevölkerung neu positionieren – mit einem vielfältigen Programm und niederschwelligem Zugang. Im Zentrum steht der Mensch mit seinen Ideen, Interessen und Perspektiven. «Unsere Vision ist ein Museum, bei dem alle Interessierten mitarbeiten und eigene Projekte einbringen können», sagt Judith Studer-Niederberger, Präsidentin ad interim der Stiftung Sankturbanhof. «Der Fokus liegt auf der aktiven Beteiligung möglichst vieler Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen.» Vielseitige Themen, Interessen und Perspektiven der städtischen und regionalen Bevölkerung sollen im Museum einen Platz finden.
Mit diesem Entscheid verabschiedet sich das Museum vom traditionellen Ausstellungsbetrieb, in dem Besuchende Inhalte konsumieren, und verzichtet auf den Schwerpunkt Kunst. «Der Sankturbanhof soll zu einem offenen Haus werden, das Raum für Mitwirkung, Austausch und Dialog bietet», sagt Judith Studer-Niederberger. Der Stiftungsrat versteht diesen Schritt als kulturpolitischen Haltungswechsel. Er sieht darin einen «Game Changer», der das Museum zu einem lebendigen Ort der Partizipation und Gemeinschaft weiterentwickelt. Die Neuausrichtung orientiert sich an der Entwicklung des internationalen Museumsbegriffes, knüpft an die partizipative Haltung der Stadt Sursee an und soll die Identifikation der Bevölkerung mit ihrem Museum und dem Haus im Allgemeinen stärken. Der Surseer Stadtrat unterstützt diesen Richtungsentscheid.
In einem nächsten Schritt erarbeitet die Stiftung Sankturbanhof ein Betriebs- und Nutzungskonzept, das die organisatorischen und betrieblichen Rahmenbedingungen klären wird. Ziel ist es, gegen Ende 2026 mit dem neuen Betriebskonzept zu starten. Bis dahin läuft der Museumsbetrieb mit Ausstellungen und Veranstaltungen weiter. Die nächste Ausstellung «Kunst fault nicht. Franz Grossert y Cañameras» beginnt am 20. September 2025. Sie widmet sich dem vielschichtigen Werk des Künstlers Franz Grossert y Cañameras (1936–2009) aus Sursee und dauert bis am 1. März 2026. Vernissage ist am 19. September 2025 um 18.30 Uhr.
