Mein Eigenheim übertragen – Auf was muss ich achten?

Tipps von Flavio Koller, Raiffeisenbank Luzerner Landschaft Nordwest

Die meisten Immobilienbesitzer stehen irgendwann vor der Entscheidung, die eigenen vier Wände in andere Hände zu übergeben. Die Frage die sich dann stellt, lautet: «Vererben, verschenken oder verkaufen?»

Der Erwerb von Wohneigentum ist heute nicht mehr zwingend ein Entscheid für das ganze Leben. Laut einer Studie des Meinungsforschungsinstituts GfK sieht jeder fünfte Liegenschaftsbesitzer sein Eigentum nur als vorübergehende Unterkunft. Gleichwohl geben über 70 Prozent an, bis in das hohe Alter in den eigenen vier Wänden leben zu wollen. Aber auch diese Eigenheimbesitzer bewohnen ihre Immobilie nicht ewig, denn auch unfreiwillige Gründe können im Alter eine entscheidende Rolle spielen. Ein fehlender Anschluss zum öffentlichen Verkehr oder die fehlende Rollstuhltauglichkeit können Gründe für einen Auszug sein. Was passiert dann mit der Liegenschaft? Sind Nachkommen vorhanden und wollen sie die Liegenschaft übernehmen? Ist eine Schenkung angebracht oder wird die Immobilie regulär verkauft?

Eine zufriedenstellende Übergabe bedingt einer sorgfältigen Planung
Egal ob Schenkung, Vererbung oder Verkauf: Eine Standartlösung gibt es bei der Übertragung einer Liegenschaft nicht. Jede Variante kann unter bestimmten Umständen emotional wie finanziell die attraktivste, fairste und ausgewogenste sein. Damit eine solche Übergabe zur Zufriedenheit aller Beteiligter zu Stande kommt, muss einiges an Vorarbeit geleistet werden.

In der Praxis treffen wir oft Teilschenkungen an. Eine Form davon ist der Verkauf zu einem Familienpreis inklusive der Übernahme von bestehenden Hypotheken. Hier empfiehlt es sich, vorzeitig mit der Hausbank die neue Finanzierungsmöglichkeit abzusprechen und zu prüfen. Ist der Kauf einer Ersatzwohnung geplant, muss die Finanzierung für diese in den Überlegungen unbedingt berücksichtigt werden. Auch Teilschenkungen mit Wohnrecht oder Nutzniessung der Liegenschaft können ein Thema werden. Dabei ist zu beachten, dass danach die Mittel zur Finanzierung des eigenen Lebensabends noch ausreichen.

Wer sein Wohneigentum vererben will, sollte sich frühzeitig Gedanken darüber machen, an wen und zu welchem Preis die Liegenschaft vermacht werden soll. Ohne Testament oder Erbvertrag geht die Liegenschaft entlang der gesetzlichen Erbfolge an die Erbberechtigten. Mittels dem Abschluss eines Testaments oder Erbvertrages kann der Erblasser eine Person oder einen Personenkreis zusätzlich begünstigen. Besonders hilfreich kann dies für ältere Personen sein, die ohne Nachkommen sind. Generell gilt, dass wer sein Erbe klar und frühzeitig regelt, beugt allfälligen Erbstreitigkeiten vor.

Die Strategie beim Verkauf ist entscheidend
Ist eine familieninterne Übergabe der Liegenschaft kein Thema, bleibt der Verkauf der Liegenschaft. Auch hier benötigt es eine Strategie: Ist ein maximaler Verkaufserlös das höchste Ziel? Dann ist ein Bieterverfahren angezeigt. Oder möchte man sein geliebtes Eigenheim dem „richtigen Nachfolger“ in die Hände geben? Dann ist bei allem Idealismus nicht zu vergessen, dass der Verkauf je nach Lebenssituation einen wichtigen Beitrag zur Altersvorsorge leisten kann oder sogar muss. Um einen fairen Verkaufspreis festzulegen und nicht selber Geld zu verschenken lohnt es sich ebenfalls, eine unabhängige Liegschenschaftsschatzung in Auftrag zu geben.

In jedem Fall empfiehlt es sich, mit dem Kundenberatenden ihrer Hausbank frühzeitig in Kontakt zu treten.

Flavio Koller,  Individualkundenberater, Raiffeisenbank Luzerner Landschaft Nordwest
flavio.koller@raiffeisen.ch
Tel. 041 984 25 20

» www.raiffeisen.ch/luzerner-landschaft

>> zurück zur Übersicht

>> zurück zur Übersicht