Leserbrief: Windpark Stierenberg

von Martin Frey, Reinach

Die Windenergie Stierenberg plant drei Windenergieanlagen auf dem Stierenberg in Rickenbach LU. Das privat initiierte Projekt leistet einen aktiven Beitrag zur Energiestrategie 2050 des Bundes. Wir haben darüber berichtet. Eine Initiative gegen das Projekt wurde im November 2021 angenommen (Bericht SRF). Die Gemeinde Rickenbach hat nun ein öffentliches Mitwirkungsverfahren zur Umsetzung der Schutzzone entworfen. Explizit verboten wird nur die Windkraft. Also, ist das Windparkprojekt definitiv vom Tisch? Gemäss unserem Leser Martin Frey, Reinach noch nicht ganz. «Der Kanton Luzern und der Bund könnten noch mitreden und eingreifen». Hier sein Leserbrief den wir an dieser Stelle als seine persönliche Meinung ungekürzt veröffentlichen. Die Argumente der Befürworter finden sich hier.

Hallo Windfreunde,

spannend ist beim Text "Windpark in Zahlen", dass erstens nicht erwähnt ist,
dass dieses Projekt, das CHF 20 000 000.- plus kosten wird, mit
vermutlich CHF 71 500 000.- subventioniert werden soll und dass zweitens ein
Rückbaufonds nötig sein soll um die Anlagen nach 20 Betriebsjahren
wieder abzubrechen (laut Aussagen der Initianten). Vielleicht ergeben
sich letztlich Kosten alles in allem von CHF 100 000 000.– für einen
erhofften Ertrag von ca. CHF 20 000 000.–. Da fragen sich nicht bloss
interessierte Laien, ob mit einer 100 Mio. Investition mit z.B.
Photovoltaik etc. nicht umweltverträglicher eine viel bessere
Stromausbeute erzielt werden könnte!!, die nicht dermassen am Tropf der
Subventionen hängt!

Laut Text in "Erneuerbare Energien" wird - vermutlich übers Ganze
gerechnet - durchs Jahr mit einer effektiven Betriebszeit von ca. 20,7
%, entsprechend 1770 Stunden gerechnet. Lange
Hochdrucklagen/Hitzeperioden mit wenig bis keinem Wind sollen eher
häufiger werden. Ausserdem: Kann es sein (laut Medienartikel) dass eine
effiziente Stromproduktion erst ab ca. 8m/s = ca. 28 KM/h Windstärke
möglich ist? Bin gespannt, ob meine Vorahnung im Falle der Realisierung
dieses Windparks Wirklichkeit wird: Zeitliche Bandbreite effektiver
Stromproduktion über die Jahre von +/- 15 % pro Jahr = ca. 1310 Std. von
8760 Std.

Ausserdem scheint die Verhinderung eines Brandes (Blitzschlag,
Kurzschluss etc.) ein Problem zu sein. Bei Trockenheit und
entsprechender Windrichtung könnte der Stierenbergwald schlimmstenfalls
nach dem Ereignis einem abgebrannten afrikanischen Dörfchen gleichen.
Der winzige Stierenweiher fast zuoberst eignet sich schlecht als
Wasserspender!

Weil die Windstärke knapp über 5m/s an der untersten Grenze liegt
(Grenze für den Erhalt einer Subvention?) , vermuten schlaue Köpfe, dass
für diese Mess-Statistik nur die besten Messperioden zu Rate gezogen
worden sind.

Das alles sieht nach viel Aufwand und viel Geld für einen mageren Ertrag
aus. Vielleicht finden wir unter den über 100 000 Zuwanderern/Jahr aber
mal einen findigen Kopf mit einer genialen Idee, der uns z.B. unsere
Energieprobleme löst!

frey.m@bluewin.ch, ein interessierter ergrauter Kopf auf der
investitionsabgewandten Seite des Stierenberges.

Freundliche Grüsse aus dem Tal der Ahnungslosen von M. Frey

Reinach am windstillen 1. Aug. 2022

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  • Blick auf den Stierenberg in Rickenbach. Bildquelle: stiereberg.ch

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