Hochwasser Sempachersee
Aktueller Stand Rückbauarbeiten und Abfluss
Um die Hochwasser-Situation am Sempachersee zu entschärfen und den Abfluss der Sure zu erhöhen, hat der Kanton von Ende August bis Mitte September 2024 Sofortmassnahmen an der Sure bei Oberkirch umgesetzt. Neue Erkenntnisse führten dazu, dass der Kanton das im Jahr 2019 bewilligte Hochwasserschutz- und Revitalisierungsprojekt an der Sure nochmals überprüft. Wie sieht es nun anfangs 2026 aus? Wir haben nachgefragt.
Was bisher geschah (Mitteilung 8.11.2024)
Der Wasserstand im Sempachersee war aufgrund der sehr nassen Witterung seit Dezember 2023 hoch und sank seither nicht mehr wesentlich ab. Der Kanton Luzern hat von Ende August bis Mitte September 2024 erste bauliche Massnahmen getroffen, um die Hochwassersituation am Sempachersee zu entschärfen. Dabei wurden Teile der im Jahr 2020 umgesetzten Revitalisierungsmassnahmen an der Sure wieder rückgebaut, um den Abfluss der Sure bei Oberkirch zu verbessern. (Bericht, 26. August 2024)
Die erste Etappe der Sofortmassnahmen zeigt Wirkung. Obwohl weitere Sofortmassnahmen vorbereitet werden, ist inzwischen klar, dass die blosse Wiederherstellung der ursprünglichen Abflusskapazität nicht ausreichen wird, um den Pegel des Sempachersees mittel- und langfristig innerhalb des üblichen Schwankungsbereichs zu halten. Denn auch ohne die umgesetzten Revitalisierungsmassnahmen wäre es in den Jahren 2021, 2023 und 2024 wiederholt zu Hochwasser am Sempachersee gekommen. Die Ursache hierfür sind unter anderem klimatische Veränderungen.
Die kantonale Dienststelle Verkehr und Infrastruktur (vif) startete nach der Umsetzung der Sofortmassnahmen ein Projekt mit dem Ziel, eine wirtschaftliche und bewilligungsfähige Lösung zu erarbeiten, welche mittel- und langfristig die Hochwassergefährdung am Sempachersee reduziert. Aus diesem Grund wurde die Umsetzung des Wasserbauprojekts «Hochwasserschutz und Revitalisierung Sure, Gemeinde Oberkirch und Stadt Sursee» (B 167), das 2019 bewilligt und 2020 zur Ausführung beschlossen worden ist, vorläufig ausgesetzt und unter Berücksichtigung der neuen Erkenntnisse betreffend Auswirkungen des Klimawandels umfassend überprüft. Das bewilligte Projekt beinhaltet Massnahmen an der Sure, ein Hochwasserrückhaltebecken sowie der Neubau des Wehrs zur Regulierung des Sempachersees.
Wie sieht es im März 2026 aus, Herr Stalder?
Zum aktuellen Stand der Rückbauarbeiten und der Wirkung auf die Abflussgeschwindigkeit haben wir uns bei der dafür zuständigen kantonalen Dienstelle für Vekehr und Infrastruktur (vif) erkundigt. Andreas Stalder hat unsere Fragen beantwortet:

Andreas Stalder, Teamleiter Abteilung Naturgefahren am vif.
Wie weit fortgeschritten sind die Rückbauarbeiten?
Im Rahmen der Sofortmassnahmen wurden im Herbst 2024 im Abschnitt Fischerhof bis Freidhof auf der (in Fliessrichtung) linken Uferseite Aufschüttungen aus der Revitalisierung von 2020 entfernt und damit die Abflusskapazität der Sure wieder erhöht. Nach den letzten Instandstellungsarbeiten im Frühjahr 2025 sind diese Sofortmassnahmen abgeschlossen. Weitergehende Massnahmen konnten und können nicht mehr als Sofortmassnahmen umgesetzt werden und sind im Rahmen der Erarbeitung eines ordentlichen Projektes mit Projektauflage und vorgängiger Bewilligung umzusetzen.
Welches sind die Auswirkungen auf die gemessene Fliessgeschwindigkeit?
Die umgesetzten Massnahmen haben Wirkung gezeigt. Anhand der Gegenüberstellung von Sempacherseepegel (Messstation Sempach) und Abfluss in der Sure (Messstation bei der Luzernstrasse) lässt sich aufzeigen, dass mindestens die Hälfte des Verlustes wieder rückgängig gemacht werden konnte.
Wie sieht der aktuelle Stand zum neuen, ordentlichen Projekt aus?
Die Arbeiten sind gestartet. Zuerst erfolgt die Aufarbeitung sämtlicher Grundlagen.
Wie ist Ihre allgemeine Beurteilung für die Zukunft?
Aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels wird sich die Problematik betreffend Hochwasser und auch betreffend tiefen Wasserspiegel am Sempachersee zukünftig verschärfen. Aus diesem Grund wird untersucht, mit welcher gesamtheitlichen Lösung die Gefährdung am Sempachersee, der Sure und dem Hofbach reduziert werden kann.
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Situation im November 2024
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Situation im März 2026







