Güsel am Triechter Sursee

Wer ist zuständig während den Feiertagen?

Nach einem verlängerten Wochenende, wie soeben an Pfingsten, türmt sich der Müll beim Triechter neben den vollgestopften Kübeln und gelangt durch Wind und Tiere in den See. Wer ist an den Feiertagen für die Leerung zuständig? Korporation oder Stadt Sursee? Die Lösung scheint einfach: Zusätzliche Leerung. Wir haben bei den Verantwortlichen nachgefragt.

Auf die unbefriedigende Güsel-Situation in Sempach und Sursee, vordergründig am Seeufer, haben wir bereits einmal hingewiesen. Mittlerweile hat die Stadt Sempach eine funktionierende Lösung erarbeitet. In Sursee ist die Situation unverändert. Eure Lösungsvorschläge und Meinungen zur damaligen Güsel-Debatte waren grössere oder zusätzliche Kübel hinstellen oder den Abfall nach Hause nehmen.  

Die Situation an Pfingsten 2026 am Triechter Sursee:

Samstag

Alle Abfalleimer am Triechter sind voll.

Montag
Ein Stadtmitarbeiter mit Fahrrad sammelt den herumliegenden Güsel bei jedem Kübel ein und deponiert den vollen Sack neben dem vollen Kübel.

Dienstag-Morgen
Die Mitarbeitenden der Korporation (Forst), die Grünschnitt machen, sammeln den herumliegenden Abfall ein und deponieren die Säcke neben den Kübeln.

Dienstag-Mittag
Die Stadt Sursee sammelt vor dem Mittag den Abfall ein, nimmt die Abfallsäcke mit und leert die Kübel.

Schlussfolgerung
Von Samstag bis Dienstag liegen Müllsäcke neben den offiziellen, vollen Abfalleimern. Das mühsame Einsammeln von herumliegendem Abfall über mehrere Tage benötigt mehr Zeit als das tägliche Leeren der Eimer. Dank des windstillen und guten Wetters wurde der herumliegende Abfall diesmal nicht in den See geweht. Bis dato finden an den Wochenenden und an Feiertagen am Triechter Sursee keine Abfalltouren statt. In Schenkon, Nottwil und anderen Seegemeinden funktioniert das Abfallmanagement gerade deshalb. Eine schlechte Visitenkarte für Sursee auch als Tourismusdestination mit Wochenend-Ausflüglern aus den angrenzenden Kantonen und Feriengästen aus dem süddeutschen Raum.

Was meint die Stadt und Korporation Sursee?
Bei beiden Dienststellen tönt es ähnlich. Das Problem sei bekannt und man sei im gegenseitigen Austausch, um geeignete Massnahmen zu entwickeln. Naheliegend seien zusätzliche Abfallbehälter oder ein höherer Reinigungsrhythmus. Ein konkretes Datum, bis wann neue Massnahmen umgesetzt würden, habe man nicht. «Wir arbeiten an einer gemeinsam tragbaren Lösung mit der Stadt Sursee, welche für die Leerung der öffentlichen Abfallbehälter zuständig ist», meint die Korporationspräsidentin Karin Wagemann auf Anfrage. Die Stadtschreiber-Stellvertreterin Andrea Stutz schlägt in dieselbe Kerbe: «Die Stadt leert die öffentlichen Abfallbehälter je nach Bedarf mehrmals in der Woche. Die Problematik bei schönem Wetter und höherem Personenaufkommen ist bekannt.» Karin Wagemann appelliert auch an die Bevölkerung: «Es ist uns ein Anliegen, auch die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. Es ist durchaus zumutbar, den mitgebrachten Müll auch wieder nach Hause zu nehmen».
Die Frage sei an dieser Stelle dennoch erlaubt, woran es scheitert, wirkungsvolle Massnahmen auf ein schon länger bekanntes Problem nicht schneller und bereits für diesen Sommer umzusetzen? Verantwortlichkeit? Finanzierung? Personaldisposition? Politischer Druck? Relevanz? Wir werfen einen Blick nach Sempach. Dort hat sich was getan.

Wie macht es Sempach heute besser?
Wir haben bei Marco Studhalter, Bereichsleiter Infrastruktur Stadt Sempach, nachgefragt: «Der Werkdienst der Stadt Sempach leistet in Bezug auf die Abfallentsorgung an schönen Wochenenden einen ausserordentlichen Einsatz. Es werden zusätzliche Abfalltouren im Bereich der Seeallee und entlang Seeuferweg an schönen Wochenenden eingeplant durch den Werkdienst. Nur aufgrund dieser Sonderleistungen ist es möglich die Abfallproblematik an schönen Wochenenden in der Seeallee und entlang dem Seeuferweg im Griff zu halten. Zusätzlich werden im Bereich der Seeallee Container an schönen Wochenenden aufgestellt, welche die Abfallproblematik zu einem gewissen Teil entschärfen sollen. In den Sommermonaten werden dem Werkdienst zusätzliche Hilfspersonen für die Abfallentleerung an Wochenenden zur Verfügung gestellt. Die Abfallproblematik in der Seeallee und entlang des Seeuferweg sind der Stadt Sempach bekannt und es werden laufend Massnahmen diskutiert und probiert umzusetzen, welche zur laufenden und zukünftigen Problemlösung beitragen.»

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  • Die Folge der indirekten Entsorgung in Sursee: Abfall bleibt am und im See liegen. Mit Folgen.

  • Die Situation am Pfingstmontag.

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