Impressionen Acoustic Factory

bei der Brauerei Soorser Bier

Die Brauerei wurde zum Musikclub

In der Brauerei der Soorser Bier AG ging am Samstag die erste «acoustic factory» über die Bühne. Nach dem gelungenen Auftakt sollen weitere Konzertabende folgen. Akustisch, gediegen, in industrieller Umgebung.

Musikalisch eröffnet wurde der Abend durch die Brienzer Formation «Zweimann». Die beiden Multi-Instrumentalisten Oli und Mike waren gekommen, «um Prävention über den Brünig zu bringen», wie sie sagten. Das taten sie denn auch in der Tat. Halt bloss auf ihre ganz eigene, nicht selten ironische Art. Zweimann konnte dem Publikum beispielsweise schlüssig vermitteln, dass Alkohol am Steuer nicht in jedem Fall bedenklich sein muss. Alles eine Frage des Blickwinkels. Ihre raffinierten und teils mit spitzer Feder geschriebenen Mundarttexte packten die beiden in verspielte, leichtfüssige Songs. 

Bier zum Dessert? Zum Dessert!
Mit dem Duft von Hopfen und Malz in der Nase lauschte das Publikum der acoustic factory nicht nur der Live-Musik. Es erfuhr auch mehr über die Soorser Bier AG, deren Brauerei und den Schweizer Biermarkt. Geschäftsführerin Karin Wagemann stellte sich einer Reihe von Fragen und bewies, dass sie als Diplom Biersommelière nicht bloss «gescheit» über Bier reden kann.

Ihre Ausführungen und Beschreibungen zum Soorser Bier konnte das Publikum gleich selbst eins zu eins mit dem Glas oder der Flasche in der Hand nachvollziehen. Und es erfuhr so manches Detail, das bisher wohl eher wenig bekannt war. Beispielsweise weshalb die Soorser-Bier-Chefin einen rosaroten Kühlschrank ganz für sich alleine hat. Oder dass ein Bier zum Dessert – beispielsweise zu Zitronensorbet – unbedingt einen Versuch wert ist. 

Die heimlichen Fans der Backstreet Boys
Mit den geschmacklichen Ausflügen im Gaumen und in Gedanken ging es nun wieder musikalisch weiter – mit dem Auftritt von «The Wedding Crashers». Mehr als eineinhalb Stunden führten sie das Publikum durch die letzten fünf Jahrzehnte Rock- und Pop-Geschichte. Von Tom Walker über die Rolling Stones zu Iron Maiden. Von Radiohead über Cutting Crew zu ZZ Top. Und viele mehr – und je länger der Abend, desto grösser wurde die Formation auf der Bühne. Denn schliesslich hatten die Wedding Crashers angekündigt, mit «musikalischen Freunden» aufzutreten. Verstärkt wurden die vier schliesslich durch Sängerin AnnD, Gitarrist Gianni sowie Kontrabassist Martin.

Ach ja, da waren noch die Backstreet Boys – bloss auf der Setliste versteht sich. Niemand aus dem Publikum mochte zugeben, dass er oder sie jemals ein Backstreet Boys Poster zuhause hatte. Und schon gar nicht eine CD. Doch, oh Wunder, sangen dann doch alle aus voller Kehle und textsicher den Hit «Everybody» mit. 

Kulinarischer Abschluss
Bekanntlich macht körperliche Ertüchtigung hungrig und da gehört das Mitsingen dazu. Also war an der acoustic factory auch für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher gesorgt: Nach Konzertende wurde ein reichhaltiges Häppchen-Buffet eröffnet – dazu ein letzter Gang an die Bar. Unter strenger Beobachtung von Oli und Mike. Denn schliesslich hatten Zweimann, wie eingangs erwähnt, eine Mission: «Prävention über den Brünig bringen».

«acoustic factory» wurde vom Surseer Verein «factory events» organisiert und durchgeführt. Unter dem Label sollen in Sursee künftig weitere akustische Konzertabende in industrieller Umgebung stattfinden.

Weitere Infos www.acousticfactory.ch

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