Buttisholz Dorf Nord: Drei Fragen
Nicole Birrer, Projektverantwortliche Architektin, gibt Antwort
Der Gemeinderat Buttisholz hat kürzlich die Sonderbauvorschriften und den Planungsbericht sowie das Richtprojekt für den Bebauungsplan Dorf Nord genehmigt. Was ist konkret geplant? Welches sind die Herausforderungen dabei? Nicole Birrer von A6 Architekten gibt Auskunft.
1. Was soll mit dem neuen Bebauungsplan Buttisholz Dorf Nord konkret entstehen?
Das geschichtsträchtige Gassareal in Buttisholz soll zu einem funktionalen, lebendigen und architektonisch hochwertigen Zentrum weiterentwickelt werden. Vorgesehen sind drei Neubauten; unter anderem für die neue Gemeindeverwaltung, für Wohn- und Gewerbenutzungen, sowie der Umbau des bestehenden und als erhaltenswert eingestufte Gasshauses. Einen wichtigen Stellenwert nimmt im Projekt auch der öffentliche Verkehr ein. Die heutigen Bushaltestellen entlang der Allee am Bach (mit Verbindungen unter anderem nach Sursee und in die Stadt Luzern) werden in den Perimeter des Teilbebauungsplans verlegt. An die Gestaltung der Aussenräume und öffentlichen Aufenthaltsflächen werden hohe Anforderungen gestellt, um eine attraktive und vielseitig nutzbare Umgebung zu schaffen.

2. Welches sind die architektonischen Herausforderungen dabei?
Eine Herausforderung bestand darin, das Areal in einer für Buttisholz verträglichen Weise weiterzuentwickeln und gleichzeitig zu verdichten. Mit der Anordnung von drei Neubauvolumen konnten wir diesem Anspruch gerecht werden. So entstehen Gebäude, die weder zu massiv wirken noch den Massstab des ortsbildprägenden, erhaltenswerten Gasshauses mindern. Eine weitere Herausforderung lag darin, den hohen Bedarf an Autoabstellflächen und die optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr mit der Gestaltung attraktiver Aussenräume zu vereinen. Dank der engen Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekten ist diese anspruchsvolle Aufgabe sehr gut gelungen.

3. Es heisst «vorhandene Elemente werden aufgegriffen und weiterentwickelt». Was bedeutet dies konkret?
Das neue Areal soll sich subtil und selbstverständlich in das bestehende Ortsbild von Buttisholz eingliedern. So orientiert sich das neue Gemeindehaus in seiner geometrischen Ausrichtung an der klaren Ordnung der klassizistischen Bauten entlang der Kantonsstrasse und nimmt damit direkten Bezug zum ortsprägenden städtebaulichen Muster der Dorfallee. Diese Setzung unterstreicht den öffentlichen Charakter des neuen Gemeindehauses und spannt gemeinsam mit den Gasthäusern Kreuz und Hirschen einen für das Dorfbild wichtigen Freiraum auf. Der Neubau entlang der Unter-Allmendstrasse orientiert sich in seinem Volumen und seiner Platzierung an der bestehenden «Chrüzschüür». Als Ersatzneubau übernimmt er die heute bedeutende Torfunktion zum Dorfeingang aus Richtung Grosswangen. Der dritte Neubau ist zur Landwirtschaftszone hin ausgerichtet und übernimmt in seiner Setzung die Geometrie des bestehenden Gasshauses sowie der Gass-Scheune. Dadurch nehmen alle neuen Gebäude Bezug auf die bestehende Struktur des Dorfes und stärken den ortsbaulichen Zusammenhang. Auch in der Materialisierung sollen sich die Bauten selbstverständlich ins Ortsbild einfügen: Das neue Gemeindehaus wird als Massivbau mit verputzter Fassade realisiert – in Anlehnung an die Architektur entlang der Dorfallee. Die beiden weiteren Gebäude entstehen in Holzbauweise bzw. erhalten eine Holzfassade und verweisen damit auf die landwirtschaftlich geprägten Bauformen in der Umgebung.
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Die A6 Architekten AG aus Buttisholz sind für die Projektplanung Buttisholz Nord verantwortlich.
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