Adieu Büroflächen!
Das Büro der Zukunft ist flexibel
Der Büroflächen-Markt im Sinkflug? Was bereits die Studie 2021 von RaiffeisenCasa gezeigt hat, zeigt sich aktuell am Markt. Im 2025 stieg die Zahl der leer stehenden Büroflächen zusätzlich um 9 Prozent, gemäss Marktbericht der Immobilienfirma CSL: Mittelfristig muss mit einer stagnierenden bis sinkenden Nachfrage nach Büroflächen gerechnet werden. Auch in unserer Region.
«In Kombination mit den ohnehin schon hohen Büroleerständen dürfte sich die Situation für Vermieter solcher Flächen somit weiter erschweren. Vor allem ausserhalb der besten Lagen werden neue Nutzungskonzepte, wie die Vermietung grösserer Flächen an mehrere Mieter oder gar die Umnutzung alter Bürogebäude zu Wohnraum, an Bedeutung gewinnen.» Immobilienbesitzer, Investoren und Vermarkter stehen unter Druck. Ein grösserer Wandel ist im Gange. Und wird sich in Zukunft verschärfen, sobald die langjährigen Mietverträge nicht mehr erneuert werden. Büroflächen von Corporates werden abgebaut oder bestehende Räume müssen neu konzipiert werden, beispielsweise als kollaborative Flächen für Teams. Private Equity Investoren und Investmentfonds wie erhöhen aktuell ihre Flexible Workspace Anteile im Portfolio. Die Entwicklung zu flexibleren, hybriden Bürokonzepten zeigt, dass in Zukunft kundenzentrierte Betriebs- und Nutzungskonzepte gefragt sind. Die Immobilie wird menschlicher und bedürfnisorientierter gedacht. Doch, wie können Büroflächen neu konzipiert werden? Hier hilft der Immobilienbranche eine neue, kreativere Denkhaltung, wie sie der Coworking Betreiber Kreativfabrik 62 aus Oberkirch seit 10 Jahren praktiziert und folgendes Leitbild für die Konzeption entwickelt hat:
Design Thinking für Immobilien.
Am Anfang steht der Mensch. Nicht der Raum. Wer die Bedürfnisse seiner Kunden kennt, entwickelt erfolgreiche Konzepte. Dies gilt zunehmend auch für Immobilien und ihre Betriebs- und Nutzungskonzepte. Der Raum wird emotionalisiert. Die Nutzung flexibler. Der Wohlfühlfaktor bedeutender. Das angrenzende Ökosystem des Standorts in die Entwicklung integriert. Die Immobilie und ihre Nutzung werden zum Lifestyleprodukt. Das «Club Office Konzept» lässt grüssen.
Was bringt Design Thinking für Immobilien?
Die Einnahme der Kundensicht ermöglicht bedürfnisorientierte Konzepte. Welche Personas haben welche Bedürfnisse? Wie gestalten sie ihren Tagesablauf? Welche Räume brauchen sie für welche Tätigkeit? Eine detaillierte Bedürfnisanalyse mittels Vorstudie fördert zielgruppengenaue Immobilienkonzepte mit Kundenbindungspotential.
Flexibilität als Marktvorteil der Zukunft
Wer als Eigentümer mit seinen Flächen eine hohe bauliche und gestalterische Flexibilität anbieten kann, sichert sich einen zukünftigen Wettbewerbsvorteil und ist mit schneller Reaktionsgeschwindigkeit auf Trends vorbereitet. Mit den Kunden und ihren Bedürfnissen wachsen – mit flexiblen und modularen Räumen. Immobilieneigentümer und Asset Manager werden künftig in grössere Projekte eine Flexible-Workspace-Komponente integrieren. Mit folgenden Vorteilen: höhere Diversität des Mietermix, höherer Bekanntheitsgrad des Objektes und damit eine zügigere Vermietung. (Quelle: Art Invest 2019)
Neue Büro-Nutzungskonzepte
- Shared Space
- Flexible Workspace als Coworking Space, Business Center oder Hybrid-Modell
- Activity based working
- Collaborative & Innovative Space für Corporates
- Quartier- und Gemeindeentwicklung mit Coworking Space (third place)
Folgen für Immobilienentwickler und Investoren
- Entwicklung eines Konzept-Prototyp und erster Test am Markt
- Individuelle Umsetzung und standortspezifisches Flächenangebot
- Raumvermietung als Dienstleistung mit Zusatzangeboten
- Räume mit Wohlfühlcharakter und emotionaler Bindung
- Kürzere Mieter-Laufzeiten, schnellere Mieterwechsel
- Mehrfachnutzung von Räumen
- Stetige Weiterentwicklung des Konzepts und Adaption auf Kundenbedürfnisse


